Anchor link to top of page

Fühlen

, ,

Ja, wie geht es mir heute eigentlich? Was fühle ich und was sind überhaupt Gefühle? Sind diese nicht so etwas Diffuses, Verschwommenes, ein schwer in Worte zu fassendes Geschehen?
Da fängt es nämlich schon an: wie beschreibe ich innere Bewegungen? Im Lateinischen kommt die Bewegtheit im Wort vor: Emotion.
Axel Hacke, Kolumnist im Magazin der Süddeutschen Zeitung, Autor mit zahlreichen Lesereisen, beschreibt in diesem hellblau weiss getupften handlichen Büchlein mit Lesebändchen eigene Gefühle und wie er lernte, mit diesen umzugehen. Seine leichte, an ein Gespräch erinnernde Art, lässt einen ebenso leichten Lesefluss entstehen. Ja, so ähnlich geht es mir auch, könnte ich manchmal sagen. Oder ich sinniere über seine nett daher kommenden Formulierungen, die gleichwohl in die Tiefe zielen. «Mein Gefühl sagte mir» ist gleich zu Beginn ein Satz, der Gedanken und Gefühle nach sich zieht.
Angst und Freude werden inspiziert, die Entstehung von Gefühlen wird eruiert. Einsamkeit und Verbundenheit werden betrachtet und beschrieben.
Dank des Lesebändchen fällt es leicht, innezuhalten und nachzuspüren, um sich dann wieder dem Lesefluss hinzugeben.
Hacke las viel über Gefühle. Er verknüpft persönliche Erfahrungen mit Literaturhinweisen, die das eigene Empfinden, Nachempfinden erweitern. Die ausführliche Literaturliste lockt zu eigenen Forschungen.
Was bleibt sind Dankbarkeit und Liebe und ein reicheres Vokabular für Gemütszustände. Ich danke für Leichtigkeit mit Tiefe.

Axel Hacke: Wie fühlst du dich? Über unser Innenleben in Zeiten wie diesen, Dumont Verlag Köln 2025, 254 Seiten