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Arendt: geboren sein

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Die deutsch-amerikanische Philosophin Hannah Arendt sieht im Geborensein die grösste Hoffnung. Jeder Mensch sei ein Neuanfang, der das unendlich Unwahrscheinliche ermöglichen kann. 
Der Neuanfang mute uns in lebendiger Erfahrung wie ein Wunder an.

Natalität – Geborensein
Das Wunder, das den Lauf der Welt und den Gang menschlicher Dinge immer
wieder unterbricht und von dem Verderben rettet, das als Keim in ihm sitzt und als
„Gesetz“ seine Bewegung bestimmt, ist schliesslich die Tatsache der Natalität, das Geborensein, welches die ontologische Voraussetzung dafür ist, dass es so etwas wie Handeln überhaupt geben kann.
Das „Wunder“ besteht darin, dass überhaupt Menschen geboren werden, und mit ihnen der Neuanfang, den sie handelnd verwirklichen können kraft ihres Geborenseins.
Dass man in der Welt Vertrauen haben und dass man für die Welt hoffen darf, ist vielleicht nirgends knapper und schöner ausgedrückt als in den Worten, mit denen die Weihnachtsoratorien „die frohe Botschaft“ verkünden:
„Uns ist ein Kind geboren.“
Hannah Arendt, 1906 Hannover – 1975 New York, Vita activa oder Vom tätigen Leben, Piper, München NA 1981, S. 243

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