feminist fight club

Kämpfen, warum immer kämpfen? Wie oft taucht dieses Wort in unserem Sprachgebrauch auf? Inflationär und achtlos wird es benutzt, finde ich. Unser Wortschatz ist  reicher und viele Situationen lassen sich anders beschreiben als mit Kampf. Die Stimmung würde sich ändern, wären wir bereit, nach den passenden Worten zu suchen.
Hätte das Buch „Feminist Fight Club“ nicht so frech auf mich gewirkt, hätte ich es nicht aufgeschlagen. So blätterte ich und musste an einigen Stellen lachen. Denn die Autorin:

  • schildert typische Situationen aus dem Alltag und bietet witzige Lösungen an
  •  schreibt nicht trocken ernst, sondern zeigt Humor
  •  sucht das Zusammenspiel von Mann und Frau und stellt sich eine für alle schönere Welt vor
  • ausserdem lässt sich das Buch beliebig lesen, man kann eine Seite oder ein Kapitel aufschlagen und darin herumstöbern

Die einzelnen Kapitel sind klar gegliedert: die Situation wird geschildert, Auswege werden aufgezeigt, auf Fallen wird hingewiesen und so kann Frau neue Verhaltensweisen einüben. Da es eigentlich meist um Machtverhältnisse geht, ist das Buch für Männer genauso interessant.
Warum es aber immer um Kämpfe gehen muss, sehe ich gleichwohl nicht ein.  Zumal die Autorin mit Witz und Humor viele Situationen mit Leichtigkeit entschärfen konnte. Sie bedankt sich bei all ihren FreundInnen für Unterstützung und Hilfe, denn mit vereinten Kräften tragen wir zu einem wohlwollenden und wohltuenden Umgang nicht nur in der Arbeitswelt bei.

Jessica Bennett: Feminist Fight Club – Wie Frauen sich am Arbeitsplatz erfolgreich durchboxen, aus dem amerikanischen Englisch von Viola Krauss, mit Illustrationen von Saskia Wariner und Hilary Fitzgerald Campbell, Bastei Lübbe Verlag Köln 2018. 320 Seiten