Katzenweihnacht

Wie beinah immer vor meinen Zugreisen spaziere ich in die Bahnhofsbuchhandlung. Zu meinem Glück gibt es die noch immer. Ich streife herum, stöbere, lese erste Sätze, ich schaue die Umschläge an, ich streife kurz die Bestsellerlisten, die an dem dafür reservierten Regal hängen. Lasse mich von Sonderangeboten überraschen, schlage die ersten Seiten auf, lese ein paar Sätze in der Mitte des Buchs und wenn ich in eine Geschichte, ein Thema hinein gezogen werde, greife ich zu.
Dieses Mal waren es die Katzen: Katzen, die Weihnachten feiern wollen. Ein wohliges Schnurren kommt mir da entgegen:
Eine Wanderkatze sucht mit einem verloren gegangenen Teddybären namens Thomas Müller dessen Zuhause (Karen Duve).
Eine magere, verdreckte und verletzte Katze ist nach eingehender Reinigung mit einem Waschlappen schneeweiss (Cleveland Amory).
In Herrad Schenks Geschichte muss die Protagonistin sich zwischen Katze und Freund entscheiden.
Bei Petra Hartlieb bleibt einer frisch Verliebten nichts anderes übrig als das Weite zu suchen: ihre Katzenhaarallergie treibt sie aus dem Bett des neuen Bekannten.
Da lässt ein verstorbener Kater seine Schatten auf den Sofakissen (Christine Rösinger); ein Kater namens Rosa glaubt, er sei ein Hund (Tatjana Kruse) und die Findelkatze kann an Weihnachten menschlich sprechen (Norbert Silberbauer).
Drei «Musketiger» bewohnen eine Bibliothek und lauschen den Vorlesestunden für die Kinder versteckt hinter einem Vorhang (Ilke S. Prick).
Andrea Schachts Katze findet Zuflucht in einer Kirche und freundet sich mit einem Engel an. In einem alten Herrenhaus in England werden an die 20 Katzen vom Butler ge- und verpflegt (Thomas Montasser). Die spanische Katze von Ursula Nauman entschlüsselt alte Geheimschriften.
Und ich freue mich, dass mir wenigstens Geschichten Katzen nahe bringen!

Die Katze, die Weihnachten feiern wollte – Die schönsten Geschichten zum Fest, Herausgegeben von Gesine Dammel, Insel Verlag, Berlin 2018. 190 Seiten