Schären, Brücken, Fluss und Meer
Eine wundervolle Woche verging wie im Fluge:
Wunderbar erfrischend der Kalixfluss, wohlig warme sommerliche Temperaturen in Filipsborg und am nördlichen Polarkreis, wundersame Objekte im Museum in Tornio am Grenzfluss Torne, der Schweden und Finnland verbindet.
Zehn Frauen aus Österreich, aus der Schweiz und aus Deutschland trafen sich in Nordschweden im „Herrenhaus“ von Örjan und Viktoria Pekka zu erholsamen Ferien mit Luna Yoga und Exkursionen samt feinem Essen. Morgens und abends übten wir uns in Geschmeidigkeit und Kraft. Beim reichhaltigen Morgenbuffet beschrieb Örjan begeistert die Landschaft, die Natur und die Ausflüge, die er sorgsam vorbereitet hatte:
Ein Boot brachte uns auf die Schäreninsel Sandskär im Nationalpark Haparanda, wo wir 5 Kilometer vom südlichen Hafen zur nördlichen Anlegestelle durch Espenwäldchen, Kieferhaine und Wacholderbüsche über Sanddünen wanderten. Am Ende tauchten wir zumindest die Füsse in die kalte Ostsee, den bottnischen Meerbusen, während mitreisende FinnInnen schnell noch ein paar Minuten den Wellen entgegenschwammen.
Mit dem Kleinbus fuhren wir kreuz und quer den Kalixfluss hinauf bis zum beeindruckenden, ja, auch belebenden Wasserfall Jokkfall – kreuz und quer: wir überquerten den Fluss zwölfmal, meist ging es über Brücken, doch zweimal führte uns die regelmässig verkehrende Autofähre über den breiten, an Stromschnellen reichen Fluss. Der Kalix gehört dank der Proteste der Bevölkerung zu den wenigen noch frei fliessenden Strömen Schwedens. Den Polarkreis «nahmen» wir bei dieser Reise auch mit.
Die drei «Herrenhäuser» von Filipsborg liegen direkt am Fluss Kalix. So bestiegen drei mutige Frauen leuchtend farbige Kajaks, paddelten flussaufwärts zur kleinen Insel Vassholmen. Dort bat der Paddelinstruktor Matthias zu selbstgebackenem Schokoladenkuchen mit Erdbeeren und Sahne samt Kaffee und Tee. Ein köstliches Picknick in den Dünen der Insel.
Der Fluss Kalix, der direkt unterhalb von Filipsborg fliesst, wäre 1809 beinahe zum Grenzfluss geworden, doch es wurde der Torne, ca. 50 km weiter östlich. Im Tornedal Museum in Tornio, Finnland lernten wir, dass in Lappland, neben schwedisch und finnisch eine dritte Sprache von etwa 30.000-70.000 Menschen gesprochen wird: Meänkieli. Natürlich stellten und setzten wir uns auf dem Victoriaplatz direkt auf die Bank mit dem Herz: genau da verläuft die Grenze zwischen Haparanda, Schweden und Tornio, Finnland, die zugleich die Zeitzonen um eine Stunde trennt. Die beiden Städte sind längst zusammengewachsen und die Leute pendeln obendrein zwischen zwei Währungen: dem € in Finnland und den schwedischen Kronen. Völkerverständigung leicht und mühelos. Die dreisprachige Zeitung der Region wird von Örjan Pekkas Sohn herausgegeben, sein 81jähriger Vater schreibt bis heute darin Reportagen, Örjan hatte vor Jahrzehnten dort als Fotograf begonnen. Demnächst wird ebenda ein Artikel über unsere fabelhafte Neue Wege Reisegruppe erscheinen!