Worte/Werte

«Wir sind Leben inmitten von Leben, das leben will.»
An diesen Albert Schweitzer (1875 Elsass – 1965 Gabun) zugeschriebenen Satz denke ich in letzter Zeit oft.
Das neue, alte Virus hat einen schönen Namen: Corona – Krone.
Warum wird dagegen gekämpft, gar der Krieg erklärt?
Viren gibt es wahrscheinlich länger auf der Erde als Menschen.
Gerade in den letzten Jahren zeigten Forschungen, dass wir alle Biome sind: in unserem Darm wie auch auf der Haut existieren unterschiedliche Mikrobiome aus Bakterien, Keimen, Viren. Alles ko-existiert. Da erscheint es mir angemessener auf dieses Zusammenleben zu setzen statt dagegen anzukämpfen. Zumal dies fortwährend geschieht. Immer wieder passen wir uns neuen Gegebenheiten an, immunisieren uns durch das Überwinden von Krankheiten, werden stärker durch Herausforderungen, erlangen Kraft durch frohen Mut und Zuversicht, kommen weiter durch gemeinschaftliches Tun.
Auch liest man fast nur von Verschlimmerungen – als ob dies die einzige Logik sei. Leben ist weder geradlinig noch hat es nur eine Richtung. In den meisten Fällen genesen Lebewesen von Krankheiten, sonst hätte die Menschheit nicht überlebt.  Den vielen Zahlen, mit denen wir gerade überrollt werden, fehlt der Bezugsrahmen – für sich allein geben Fallzahlen wenig her.
Worte sind mächtig. Rufen wir lieber die Selbstheilungskräfte an, imaginieren Gesundheit, stärken einander mit Zuversicht, visualisieren die Zeit nach Corona. Der Zukunftsforscher Matthias Horx entwickelte eine freudige Vorschau: https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona/?utm_source=mailpoet&utm_medium=email&utm_campaign=future-mind-kolumne-48

Visualisieren wir also eine Zeit nach Corona, die friedlich, frei und frohgestimmt ist und gutes Zusammenleben fördert. Entwerfen wir die Vision einer Gesellschaft, die sowohl das Individuelle als auch das Gemeinschaftliche gleichermassen wertschätzt.